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Welche
Kriterien zählen denn nun wirklich bei der Auswahl des Providers
und des passenden Speicherplatz-Pakets?
- Der
Provider sollte über zeitgemäße Servertechnologie
und über großzügig ausgelegte, redundate (mehrfache)
Anbindungen an verschiedene Internet-Backbones verfügen.
Das Betriebssytem des Servers ist für einfachere Präsentationen
sekundär, sobald aber interaktive Funktionen (Shops, Datenbankabfragen,
Postkartenservice etc.) oder sonstige spezielle technische Features
benötigt werden, sollten Sie sich auf alle Fälle mit Ihrem
Webdesigner abstimmen. Internetserver werden in der Regel unter Unix,
Linux, Solaris oder NT betrieben. Kostenlose Betriebssysteme/Server
wie Linux/Apache sind dabei keinesfalls schlechter einzustufen. Viele
Webdesigner bevorzugen Unix-Systeme, da interaktive Anwendungen wie
Shops etc. häufig in der sehr verbreiteten Scriptsprache PERL
programmiert sind und damit häufig für Unix optimiert sind.
Andere Anwendungen hingegen wie ASP (Active Server Pages) sind als Microsoft-Entwicklung
natürlich auf NT-Server ausgerichtet.
- Für
WebSites, die hauptsächlich aus Deutschland abgerufen werden, empfiehlt
sich ein Serverstandort in Deutschland - dies ist aber kein Dogma.
Es gibt Server in USA, die dank schneller Anbindung (im Megabit-Bereich)
schneller erreichbar sind als so mancher Provider in Deutschland, der
nur über eine schmalbrüstige 128 Kilobit Anbindung verfügt.
Die lokale Nähe - also die Präsenz des Providers am Ort -
sollte kein Auswahlkriterium sein, da die Nähe des Providers zu
einem der Backbone-Knotenpunkte als wesentlich wichtiger einzustufen
ist.
Der
Provider sollte eine (möglichst durchgehend) erreichbare, kompetente
Hotline haben um auftretende Fehler schnell beheben zu können.
Im Nirvana verschwindende eMails oder nicht erreichbare WebSites können
einem Unternehmen großen Schaden zufügen. Deshalb müssen
solche Probleme umgehend behoben werden.
- Der
Provider sollte eine Größenordnung haben, bei der nicht damit
zu rechnen ist, dass er über kurz oder lang pleite geht. Die Kosten
für eine Verlagerung der WebSite nach einer Provider-Pleite zu
einem anderen Provider übersteigen in der Regel den Betrag, der
bei zunächst günstig erscheinenden Angeboten kleiner Provider
eingespart wurde. Häufig haben große Provider aber
auch noch die günstigeren Komplettangebote (inklusive Domain),
da sie z. B. für die Domainregistrierung bei DENIC als Mitglieder
wesentlich weniger bezahlen als ihre kleinen Mitbewerber, die die Kriterien
für eine Mitgliedschaft bei DENIC nicht efüllen.
- Der
zur Verfügung stehende Speicherplatz auf dem Webserver ist
in den seltensten Fällen ein kritisches Auswahlkriterium. Geht
man von einem durchschnittlichen Speicherbedarf von 50 Kilobyte pro
Seite (mit Bildern) aus, hat man bei 20 Megabyte Speicherplatz eine
Kapazität für 400 Seiten. "Unbegrenzter" Speicherplatz
ist demnach nur für spezielle Anwendungen wie Bildarchive, Download-Sites
oder große Datenbanken nötig.
- Der
benötigte Traffic (zu transferierende Datenmenge) pro Monat
richtet sich selbstverständlich nach der Beliebtheit der WebSite
bzw. nach den erwarteten Besucherzahlen. Geht man wieder von 50 Kilobyte
pro Seite aus, und geht man weiterhin davon aus, dass ein Besucher sich
im Durchschnitt durch 5 Seiten klickt, reicht ein Gigabyte Traffic für
ca. 4000 Besucher. Viele WebSites erreichen aber
lediglich
Abrufzahlen von weniger als 500 Besuchern pro Monat. Bei WebSites mit
Downloadmöglichkeit (Freeware, Shareware, MP3-Files), Erotikangeboten
oder Webcams erreicht der Traffic hingegen schnell ein schwindelerregendes
Volumen von mehreren Gigabyte pro Tag - deshalb schließen
viele Provider solche Angebote explizit aus. Insgesamt sollten Sie je
nach Angebot lieber eine etwas zu hohe als eine zu niedrige Pauschale
wählen, da zusätzliches Abrufvolumen in der Regel teuer zu
bezahlen ist: Es ist für zusätzlichen Transfer je nach Provider
mit Kosten von ca. 20 bis 500 EUR (!) pro Gigabyte zu rechnen, während
höhere Pauschalen nur einen Bruchteil davon kosten. Achtung: Manche
Provider bieten "unlimited Traffic" an, haben aber in den
AGB Einschränkungen verankert, falls ein bestimmtes Volumen überschritten
wird. "Unbeschränktes Transfervolumen" klingt zwar gut,
ist aber praktisch aufgrund des technisch möglichen maximalen Transfers
nicht zu halten. Unbegrenzter Traffic, der sich am Durchschnitt der
bei einem Provider gehosteten WebSites orientiert, kann sich zur bösen
Kostenfalle entwickeln: Wer kennt schon den Traffic seines Server-Nachbarn?
- Der
Provider sollte zur Überwachung der Abrufzahlen und zur Ihrer Erfolgskontrolle
die Abrufstatistiken in aufbereiteter Form und möglichst
auch als "Rohstatistik" zur eigenen Aufbereitug mit speziellen
Tools zur Verfügung stellen.
- Wenn
Sie den Provider wechseln, muß Ihr neuer Provider (möglichst
ohne Zusatzgebühr) bereit sein, KK-Anträge zu bearbeiten,
d. h. Domains, die auf einem anderen Server liegen, zu übernehmen.
- Nicht
zuletzt: Der Provider braucht nicht "billig" zu sein, aber
er sollte "preiswert"
sein.
In zwischen hat sich durch Preisoffensiven einiger großer Provider
das Preisniveau für Speicherplatz in Deutschland drastisch nach
unten bewegt. War Web-Speicherplatz noch vor zwei Jahren für Klein-
und Kleinstunternehmer nur in USA erschwinglich, ist es aus heutiger
Sicht nicht mehr erforderlich, für eine Standardpräsentation
ohne besondere Ansprüche im Bezug auf Technik und Transfervolumen
mehrere hundert EUR zu bezahlen. Bitte achten Sie auf versteckte Kosten
wie überhöhte Setup-Gebühren, Zusatzkosten für Nameserver,
Updates (auch das soll es noch geben) oder weitere Zusatzkosten für
eMail-Adressen oder sonstige alltägliche Leistungen.
Wir
empfehlen unseren Kunden in Abhängigkeit von der gewünschten
Anwendung und sonstigen Randbedingungen individuell den Provider, der
das benötigte Leistungsspektrum zu einem günstigen Preis abdecken
kann. Eine generelle Empfehlung geben wir nicht. Dieser Service ist übrigens
kostenlos.
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